Versicherungen

Kfz Versicherung:

Versichert man sein Fahrzeug überhaupt auf solch einer Reise oder fährt man ohne "deutsche" KFZ- Versicherung? 

Die Frage ist berechtigt und wird immer wieder heiß diskutiert, denn deutsche Versicherungen werden in diesen Ländern nicht anerkannt. Zudem werden an vielen Grenzen Versicherungsabschlüsse des jeweiligen Landes mit Ihren ganz besonderen Bestimmungen zusätzlich verlangt.

Und ob diese länderspezifischen Grenz-Versicherungen bei einem Schaden an einem europäischen Fahrzeug eine Regulierung vornehmen, ist eher fraglich.  

Wir halten eine deutsche oder europäische Kfz-Haftpflicht Versicherung für sinnvoll. Zumindest in den Ländern, indem wir einen Abschluss ohne ausdrücklichen Ausschluss bekommen. Sollte man bei einem Unfall anderen Personen Schaden zuführen greift diese Haftpflicht, wenn auch der Schaden des eigenen Fahrzeugs dann nicht ersetzt wird..

 

USA/Kanada:

Verlangt wird für die Einreise nach USA/Kanada eine spezielle Versicherung für europäische Wohnmobile, ohne die man nicht einreisen kann. Aussteller dieser Police ist z.B. die amerikanische Agentur, "American International Underwriters" oder die "Thum Insurance Agency, LLC." oder auch Nationwide.

 In Europa kann man die "American International Underwriters"  Versicherung besorgen über deren Vertreter/Agenten, z.B. über: 

Nowag Versicherungen

Platanenring 15b

 63110 Rodgau

 Tel: 06106 16960   

Fax:06106 13520 

Mail: nowag(at)t-online.de

Versicherungsagentur in Holland

Maria M. Alessie (spricht gut deutsch) 

Assurantiekantoor Alessie    

Eliotplaats 174

3068 VL Rotterdam (Niederlande)

Tel: +31 -10-455 5946,  Fax: +31-10-455 5948

Mail: alessie(at)alessie.com

Hinweis: wir haben die Erfahrung gemacht, dass Alessie wesentlich zuverlässiger arbeitet als Nowag.

eine weitere Adresse für Versicherungen auf dem amerikanischen Kontinent ist (nur für PKW, keine LKW):

TourInsure GmbH
Herrengraben 5
D-20459 Hamburg
Telefon: + 49 40 25 17 21 50
Telefax: + 49 40 25 17 21 21
E-Mail: Service@TourInsure.de
Website: tourinsure.de

Beim AAA (Amerikanischer Automobilclub ähnlich wie der ADAC) kann man ebenfalls Fahrzeuge, die nicht älter als 20 Jahre sind, versichern. Allerdings erfordert diese Versicherung ein persönliches Erscheinen im Amiland.

 

Progressive Versicherung/Nationwide Insurance:

Die vor allem bei Motorradfahrern und französischen Reisenden beliebte Progressive Versicherung aus Florida hat die Versicherung für europäische Fahrzeuge am 1.10.2013 eingestellt und versichert seither nur noch US- amerikanische Fahrzeuge. Der bisherige Agent Pierre Gerardy  (spricht englisch und französisch) von der Sather`s Insurance hat aber Ersatz mit der Nationwide Insurance Co. gefunden. Man kann seit 15. November 2013 wieder bei Ihm die Länder Kanada und USA über Nationwide versichern. Tel: (001) 805/-644-8600 EXT 110, Fax: 805-658-2347, Handy: 805-207-7813 Mail: pierre@sathers.com

 

Den Anbieter "Thum Insurance Agency, LLC."  kann man in Deutschland über Seabridge abschließen. Die noch in Deutschland beantragte Versicherungskarte für Kanada/USA bekommt man vor Reisebeginn und nach Kreditkartenzahlung ausgehändigt. Dies ist auch wichtig, weil man sonst das Hafengelände am Ankunfthafen nicht verlassen kann.

unsere Kfz- Versicherung für USA/Kanada/Mexiko:

Wir haben unsere Versicherung für diese Länder über SeaBridge abgeschlossen, weil wir dort zu einem günstigeren Betrag sogar eine Vollkasko- Versicherung bekommen haben. Diese Versicherung hat für uns sogar Mexiko mit in die Vollkasko aufgenommen, was nicht immer möglich ist. Es kommt dabei vor allem auf das Alter des Fahrzeugs an. Der Abschluss von 3 oder 6- Monats- Policen ist möglich, auch mit der Möglichkeit einer, auch mehrmaligen, Verlängerung, auch von unterwegs. Die Prämie richtet sich nach dem Verkehrswert des Fahrzeugs.

Beispiel: Kosten der Kfz- Vollkaskoversicherung (Stand 04/2013) für Fahrzeuge von 100.000 $ bis 260.000 $ über Seabridge.

 

mögliche Haftpflicht- Kfz- Versicherung für Mexiko (Pflichtversicherung):

wir haben eine 6- Monats Versicherung "online" bei http://www.bajabound.com/ abgeschlossen. Kosten 141 US$, Bezahlung über Kreditkarte . Eine andere Gesellschaft ist z.B.: Lewis & Lewis unter mexicanautoinsurance.com , Haftpflicht für 3 Monate = 145 US$ = 112 €

Die grenznahen Versicherungen sind fast doppelt so teuer für den gleichen Zeitraum.

 

alle anderen Zentral und Südamerikanischen Länder:

lassen sich über die o.a. Agenten Nowag oder Alessie versichern bis auf die Länder: Belice, Costa Rica, Nicaragua, Kolumbien und manchmal, aber nicht immer, wird auch Mexiko ausgeschlossen. Für diese Länder gibt es unseres Wissens keine Kfz Versicherung bzw. nur die obligatorischen "Muss- Versicherungen" an den Grenzen. Die Laufzeiten kann man hier, im Gegensatz zur SeaBridge Versicherung, von 1 bis 12 Monaten frei wählen. Probleme oder Aufpreise gibt es bei Fahrern unter 20 Jahren oder über 70 Jahren sowie Fahrzeuge älter 20 Jahren und auch für Fahrzeuge größer 6 Meter können ebenfalls Aufpreise fällig werden.

Versicherungsbedingungen und Preisbeispiele für Mittel und Südamerika, hier Nowag Versicherungen: Bedingungen +  Prämien-Beispiele

Wir haben unsere "Central und Südamerika" Versicherung bei der Agentin Alessi für 12 Monate abgeschlossen und, aufgrund unseres hohen Fahrzeugwertes, 1155 USD für diese Ein-Jahres-Versicherung bezahlt. Die Versicherungsgesellschaft ist die "The Insurance Company of the State of Pennsylvania, Pine Street 70, 10270 New York

 

Fahrzeuganmeldung/Kfz- Steuer:

Wichtig und Neu: Seit 2013 muss das Fahrzeug auch im Hafengelände Hamburg/Bremerhafen versichert sein, sonst wird es nicht verschifft. Dabei genügt keine "Rote Nummer". Entweder man besorgt sich ein Saisonkennzeichen für 1 Monat oder man lässt sein Kraftfahrzeug mit der deutschen Versicherung solange angemeldet, bis das Schiff den Hafen verlassen hat.

Während wir unsere deutsche Kfz Versicherung nach Verschiffung stillgelegt haben, (das geht für bis zu 18 Monate) indem wir Kopien der Verschiffungspapiere unserer Versicherung zugesendet haben, lassen wir das Fahrzeug aber beim Landratsamt angemeldet und zahlen schön brav unsere Kfz- Steuer weiter.

Warum? Erstens haben wir bei einer Zurück- Verschiffung nach Deutschland dasselbe Problem, das Fahrzeug muss deutschen Versicherungsschutz haben (Aktivierung der Stilllegung von unterwegs), sonst kommt man in Hamburg/Bremerhafen nicht aus dem Zoll und zweitens wird die Zulassungsbescheinigung (Kfz- Schein) benötigt, sollte man von unterwegs aus über den ADAC ein Carnet de Passages benötigen. Dies ist "anscheinend" für Südamerika nicht mehr nötig (der ADAC behauptet dies aber immer noch) aber bei einer Verschiffung z.B. von Südamerika nach Afrika wird ein Carnet de Passages  unbedingt benötigt, und das bekommt man nur in Verbindung mit einer Kfz- Zulassung (Kopie des Fahrzeugscheines) über den ADAC. Dieses Dokument kann auch von unterwegs angefordert werden und wird vom ADAC an eine gewünschte Adresse geschickt.

Transportversicherung:

für den Fahrzeugtransport nach Kanada/USA/Südamerika (und/oder zurück) kann man eine Transportversicherung abschließen. Diese beinhaltet alle Beschädigungen und Verluste im Hafengelände und auf Wasser. Verkehrswert des Fahrzeugs zzgl. Transportgebühren bildet die Basissumme der Policengebühr. Diese wird multipliziert mit dem Faktor 0,4 bis 0,,9%, je nach Versicherungsgesellschaft. Daraus errechnet sich dann die Prämie der Versicherung. Es besteht keine Transportkostenversicherungspflicht. Alle Reederein lehnen übrigens einen Regress ab, dafür gibt es ja eine Transportversicherung. Die Selbstbeteiligung beträgt i.d.R. 500 €, ausgeschlossen sind immer alle elektrischen und elektronischen Geräte im und am Fahrzeug und alle Inhalte, also alles, was eine Inhaltsversicherung abdecken würde. Das fest eingebaute Inventar ist aber mitversichert.

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, ob sich eine solche  Versicherung im Verhältnis zu den Kosten lohnt. Wir haben keine Transportversicherung abgeschlossen, denn irgendwie steht das Wort "Weltreise" und "Abenteuer" im Widerspruch zum Wort "Voll-Versicherung". Man kann sich ja auch überversichern. No Risk, No Fun.

Auslands- Krankenversicherung:

Der ADAC und viele andere Gesellschaften bieten eine solche Auslandskrankenschutz- Versicherung für bis zu 24 Monaten an. Der Preis liegt ungefähr bei 0,50 bis 2 € pro Tag. Wichtig ist hier, das man die normal bestehende deutsche Krankenversicherung weiter laufen lässt, denn ein "Heimaturlaub" während einer längeren Reise kann vorkommen oder bei einem unfallbedingten Rücktransport und einer Wunschbehandlung in Deutschland hätte man sonst keinen Schutz mehr.

Aufgrund der Ersparnis von ca. 500 € /Monat bin ich, im Gegensatz zu meiner Frau, nicht meinem eigenen Rat gefolgt und habe meine private Krankenversicherung ab Reisebeginn in eine "Anwartschaftversicherung" gewandelt und zahle deswegen nur noch die Pflegeversicherung. Dieses Vorgehen kann man bis zu 4 Jahren bei privaten Krankenversicherungen wählen. Dies auch deswegen, weil deutsche Krankenversicherungen die Mehrkosten für die Behandungen in den Ländern USA/Kanada, die dort durchaus üblich sind, nicht übernehmen sondern nur den in Deutschland gültigen Abrechnungssatz vergüten. Die abgeschlossene ADAC Auslands- Krankenversicherung übernimmt alle Kosten, die in den jeweiligen Ländern angefallen sind.

Carnet de Passages: 

Für die vorübergehende zollfreie Einfuhr von Land- und Wasserfahrzeugen in bestimmten Ländern, z.B. Afrika, Asien, Südamerika?? sowie auch in Australien und Neuseeland wird ein Grenzdokument verlangt – das Carnet de Passages. Es kann in mehreren Ländern benutzt werden und ist ein Jahr gültig. Es enthält keinen Versicherungsschutz für das Fahrzeug. Grundlage für die Ausstellung des Carnet de Passages sind internationale Zollabkommen. Ausgegeben wird das "Carnets de Passages" von den Automobilclubs, in Deutschland vom ADAC.

Das Carnet de Passages (CdP) ist eine Zollsicherheit und garantiert dem Land, in das Sie einreisen, dass das Fahrzeug spätestens bei Ablauf des zollfreien Aufenthaltes wieder ausgeführt wird. Sollte die Wiederausfuhr aus bestimmten Gründen (Totalschaden, Diebstahl, etc.) nicht möglich sein, wird die Zollbehörde des Einreiselandes den Einfuhrzoll und die Einfuhrumsatzsteuer fordern.

Es wird auf eine Person und für ein Fahrzeug ausgestellt und ist somit nicht auf andere Personen oder Fahrzeuge übertragbar. Der Dokumentinhaber haftet für Folgen, die sich aus Verlust und Missbrauch durch unbefugte Dritte ergeben. Das Carnet de Passages gilt als amtliche Urkunde und bleibt Eigentum des ADAC. Der Inhaber sollte es daher sorgfältig aufbewahren. Es ist eine Kaution in Höhe von 10% des Fahrzeugwertes beim ADAC zu hinterlegen. Nähere Informationen und Anträge hier:

 

Publiziert am: Montag, 21. Januar 2013 (10414 mal gelesen)
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